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Samstag, 08. Oktober 2022,

Ein kleiner grüner Drache und seine Geschichte über Freundschaft

Kinder der Musikalischen Früherziehung begeisterten mit ihrem Musical „Tabaluga und das verschenkte Glück“ in der Merziger Stadthalle

https://youtu.be/3rke4Gl7e6o

 

Seit dem Sieg über Arktos, dem Schneekönig von Grünland und Eiswelt, sind nun schon viele Jahre verstrichen. Seit damals ist viel passiert. Für ein Drachenleben nur kurze Zeit, für die Grünländer eine schiere Ewigkeit. Die weise Schildkröte Nessaja hatte das Tabaluga, dem kleinen Drachen, einmal so erklärt: „Ein Drachenjahr währt siebenhundert Grünlandjahre, und das ist sehr, sehr lange!“ Heute ist ein besonderer Tag, der mit einem strahlenden Sonnenaufgang begann. Und er verspricht besonders schön zu werden: Es ist nämlich Tabalugas siebter Geburtstag, was übrigens 4.900 Grünländerjahre entspricht. Und der muss ordentlich gefeiert werden. Alle Einwohner Grünlands sind eingeladen. Dazu haben die Grünländer ein Lied komponiert und wollen es Tabaluga begeistert vortragen. Zu einem Geburtstagsfest gehören natürlich auch Geschenke. Seine Freunde haben sich etwas einfallen lassen – sie überreichen ihm die schönsten Ketten aus unterschiedlichen Materialien und hängen sie ihm um den Hals. So viele Ketten wiegen allerdings schwer. Da ist es kein Wunder, dass Tabaluga nicht wirklich böse wird, als ihm Arktos eine schwere Diamantkette abluchst und ihm dafür eine sehr seltene und besonders leichte aus Schneekristallen übergibt. Der kleine grüne Drache reist durch Grünland und beginnt frohen Herzens, seine Reichtümer zu verschenken an Freunde, die es nötiger haben als er. Er trifft verschiedene Bewohner, wie einen Pechvogel, ein Dreckschwein und die Silberfüchsin, denen er allen mit seinen Ketten eine große Freude bescheren kann. Denn das Drachenkind ist sich sicher: „Solch verschenktes Glück kommt hundertfach zurück!“ In der Stunde seiner größten Not ist die Kette, die er braucht, die wertvollste Kette von allen – die Kette der Freundschaft. Und so lernt Tabaluga, dass Freunde und Glück etwas sehr Kostbares sind.

„Ta-ba-luuu-ga!“ Zum Auftakt der knapp eineinhalbstündigen Vorstellung in der Merziger Stadthalle riefen die Grünländer lautstark nach dem Titelhelden, der sogleich aus der großen Geburtstagstorte sprang und ein unterhaltsames Musical einläutete. Ghislaine Umlandt (auch „Tabaluga“-Hauptdarstellerin) und Evi Kremer („Dreckschwein“) von der Musikschule im Landkreis Merzig-Wadern (KMS) hatten für „ihre“ Kinder der Musikalischen Früherziehung (MFE) im Alter von vier bis sechs Jahren das Bühnenstück für die über 80 Akteure arrangiert. Die jungen Künstlerinnen und Künstler, phantasievoll geschminkt und passend eingekleidet, interpretierten die Aufführung mit vielen Elementen aus Musik, Tanz, Gesang und darstellendem Spiel. Damit ihre Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten und Freunde dem Spiel folgen konnten, führte Erzählerin Tina Bösen-Marxen mit informativen Texten durch die neun Szenen. Die erwachsenen Sängerinnen und Sänger Vera Ehl, Marylin Heib, Melanie Brutscher und David Wusterhaus bereicherten mit ihren Soli, zum Teil in mehrfachen Hauptrollen, die Aktivitäten der Kinder. Besonders Tenor Peter Brill, der bereits beim MFE-Musical „Die Bonner Stadtmusikanten“ beeindruckte, brillierte als stimmgewaltiger Arktos im Schneekostüm und beim Besentanz.

Die über 500 begeisterten Besucher geizten nicht mit Applaus, auch zwischendurch immer wieder sowohl bei gelungenen Gesangseinlagen als auch bei witzigen und ergreifenden Szenen, wie beispielsweise nach dem Tanz der Bienenkinder, als Tabaluga sich ins Publikum begab und spontan von Kindern geherzt wurde. Zum fulminanten Finale stellte Ghislaine Umlandt in ihrem hübschen Drachenkostüm alle Kindergruppen und die Hauptakteure vor. Bei der Schlussszene fragte die Erzählerin das Publikum: „Warum machen wir es nicht genauso wie Tabaluga im Grünland und beschließen, von nun an jeden Tag einem anderen eine kleine Freude zu bereiten? Mit so viel verschenktem Glück lässt es sich gut leben“. Und „Bachkind“ Frida Amendt betonte das in Reimform: „Alles wird gut, wenn jeder es tut, und klingt’s auch verrückt, es kommt zu dir zurück, das verschenkte Glück.“ Jedes Mädchen und jeder Junge durften sich abschließend über eine persönliche Urkunde freuen, mit der bestätigt wurde, dass er oder sie „mit viel Freude an den Proben und am Bühnenauftritt teilgenommen hat.“

Die Entstehung des Musicals begann für Evi Kremer und Ghislaine Umlandt bereits 2019 mit ersten Proben. Doch coronabedingt mussten alle Aktivitäten abgesagt werden. Erst Anfang dieses Jahres konnte das Projekt wieder aufgenommen werden. „Wir mussten quasi wieder von vorne beginnen mit neuen Kindern, denn die musikalische Früherziehung läuft immer nur ein Jahr“, berichteten die beiden Musiklehrerinnen. Darauf war auch Dieter Boden, Leiter der Kreismusikschule, in seiner Begrüßung eingegangen. Er bedankte sich bei allen, „dass Sie so viel Geduld mit uns hatten“. Man habe viele Anläufe gebraucht, aber durch die engagierte Mitarbeit der Kinder, Eltern und zahlreicher Helfer könne das Musical schließlich doch noch aufgeführt werden. Sein Appell, ganz fest die Daumen zu drücken, dass alles reibungslos verlaufe, hatte Erfolg – und war der verdiente Lohn zum Abschluss eines ereignisreichen MFE-Jahres der Kreismusikschule.

Im kommenden Jahr gibt es wieder einen Grund zum Feiern: Die beliebte Drachenfigur kann auf ihr 40-jähriges Jubiläum zurückblicken. 1983 wagte sich Peter Maffay, einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Musiker, mit der Veröffentlichung eines Albums für Kinder auf ein für ihn unübliches Terrain. Als Maffays „Geburtshelfer“ für Tabaluga, der am 23.09.1983 aus den Ei schlüpfte, wirkten Kinderliederautor Rolf Zuckowski, Liedtexter Gregor Rottschalk und Illustrator Helme Heine mit. Das erste Album „Die Reise zur Vernunft“ war der Beginn einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte mit über sechs Millionen verkauften Tonträgern, vier Musicals mit 2,5 Millionen Zuschauern, drei TV-Staffeln und einem Kinofilm. In der Peter Maffay Stiftung steht Tabaluga als Beschützer und Fürsprecher benachteiligter Kinder ein.

von Manfred Müller

 

 

 

 

 






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